
Rezension (Kurzüberblick)
Laura Anninger beschäftigt sich im Buch „Schnee von morgen“ mit der Zukunft des Skisports in den Alpen, insbesondere in Österreich, im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Die Autorin untersucht die Frage, ob Skifahren langfristig noch möglich sein wird. Dafür führte sie zahlreiche Interviews mit Wissenschaftlern, Tourismus- und Seilbahnexperten sowie Aktivisten und wertete Studien und Berichte aus. So entsteht ein umfassendes Bild des Wintersports zwischen wirtschaftlichen Interessen, Tradition und ökologischen Grenzen.
Autorin: Laura Anninger
Erscheinungsjahr: 2025
Verlag: Anton Pustet, Salzburg
Zwischen Tradition und Klimawandel
Ein zentrales Thema des Buches ist der Konflikt zwischen dem Wunsch, den Skisport wie bisher weiterzuführen, und den Veränderungen durch den Klimawandel. Steigende Temperaturen führen zu immer unsichereren Schneeverhältnissen. Technische Lösungen wie Beschneiungsanlagen und Speicherteiche können das Problem nur kurzfristig abmildern und belasten zudem Umwelt, Wasser- und Energieverbrauch. Dadurch wird der Wintersport teilweise selbst Teil des Problems.
Die Zukunft des Wintersports braucht neue Perspektiven
Da viele Regionen wirtschaftlich stark vom Schnee abhängig sind, halten viele Skigebiete am bisherigen System fest. Gleichzeitig zeigt Anninger aber auch Beispiele von Regionen, die bereits versuchen, sich anzupassen, etwa durch ganzjährige Tourismusangebote wie Mountainbiken. Das Buch macht außerdem deutlich, dass Schnee nicht nur wirtschaftliche Bedeutung hat, sondern auch ein wichtiger Teil der alpinen Kultur und Identität ist – so hat Anninger selbst als auch viele ihrer Interviewpartner persönliche Erfahrungen mit dem Skisport, fuhren oder fahren gerne Ski.
Insgesamt bietet das Buch eine kritische Analyse des Wintersports im Wandel. Es liefert keine konkreten Lösungen, sondern will zum Nachdenken und zur gesellschaftlichen Diskussion über nachhaltige Zukunftsmodelle für Tourismus und Alpenregionen anregen.
Rezension von Sonja Kern